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Junge Bühne bringt Auftritte in Corona-Zeiten vom Wohnzimmer ins Internet

Die Theaterkeller-Produktion „Small Town Boy“ und die große Musical-Gala in der Stadthalle hat die Junge Bühne gerade erst hinter sich, aber die Energie geht den Machern nicht aus. Gesteckt werden sollte sie eigentlich in Proben und Vorbereitungen zur nächsten Produktion „Frühlings Erwachen“ im Juli. Die steht durch die aktuellen Aufführungsbeschränkungen allerdings infrage; die Proben sind vorerst ausgesetzt. Die freigesetzte Zeit und Kraft investiert die Junge Bühne in ein neues Projekt: „Kultur in Quarantäne wird ein regelmäßiges kulturelles Streaming-Format“, so der Junge-Bühne-Leiter Ingo Sika.

Er ist nicht nur Initiator, sondern auch Gastgeber des Livestreams, der dreimal pro Woche aus einem provisorischen Studio in seinem Wohnzimmer gesendet werden soll. „Wie und was das genau wird, wissen wir nicht – wir machen es jetzt einfach“, so Sika. Ziel ist, dass „das kulturelle Leben trotz Corona irgendwie weitergeht“.

Deutlich stärker als die ehrenamtlich getragene Junge Bühne leiden nämlich professionelle Kulturschaffende unter den Einschränkungen, die die Bekämpfung des Corona-Virus mit sich bringt. Ohne Engagements stehen viele von ihnen in einigen Wochen oder Monaten vor dem finanziellen Ruin. „Außerdem haben viele uns gesagt, sie haben jetzt in nächster Zeit einfach nichts zu tun“, erzählt Leonie Rothacker, die das Format mitorganisiert. Viel Zeit und kein Geld – das schreit nach einer alternativen Möglichkeit, Kunst und Kultur vor Publikum zu bringen, findet der Vorstand der Jungen Bühne. Deshalb sammelt der Verein mit den Livestream-Veranstaltungen Spenden, die am Ende zwischen den beteiligten Künstlern aufgeteilt werden.

Der erste Livestream findet am Mittwochabend statt. In der Talkrunde sprechen Profi-Künstler zur Einführung über das Problem, außerdem stellen die Organisatoren das Format und die Junge Bühne selbst vor. Mit dem kulturellen Programm geht es dann am Freitagabend los; danach wird jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag live gesendet.

Spendenkampagne

In wenigen Wochen ist das kulturelle Leben wegen des Coronavirus’ eingebrochen. Freischaffende Künstler und Kulturschaffende stehen ohne Engagements da und wissen bald nicht mehr, wovon sie leben sollen.

Die Junge Bühne Sindelfingen sammelt daher Spenden, die an Kulturschaffende ausgezahlt werden sollen. Dafür hat sie ein neues Streaming-Format ins Leben gerufen: Bei “Kultur in Quarantäne” treten dreimal die Woche Künstlerinnen und Künstler in einem provisorischen Wohnzimmer-Studio auf. Das Publikum ist in sicherem Abstand live vor seinen Bildschirmen dabei – in (Selbst-) Quarantäne in den eigenen vier Wänden. Die gesammelten Spenden werden nach dem Absetzen des Formats zu gleichen Teilen an alle beteiligten Kulturschaffenden ausgezahlt.

Wenn ihr also nicht zu den Verlierern der Krise gehört, euch unsere Streams gefallen, ihr Kultur für einen wichtigen Bestandteil der Gesellschaft haltet oder einfach ein Herz habt für diejenigen, die diese Krise heftig trifft: Spendet bitte für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, damit wir alle gemeinsam helfen können, sie durch diese Zeit zu bringen.

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